SWOT-Analyse
Zukunftsstrategien
Stärken und Schwächen
Chancen und Risiken

Wie erstelle ich eine SWOT-Analyse? 

Die Führung eines Unternehmens ist eine komplexe Aufgabe. Neben der Planung des Finanzhaushalts, Gestaltung einer angenehmen Arbeitsatmosphäre und Organisation eines effizienten Arbeitsalltages müssen regelmäßig Strategien zum Erreichen von kurz- und langfristigen Zielen entworfen bzw. erneuert werden. Eine dieser Strategien ist die SWOT-Analyse. Dieses Instrument der Unternehmensplanung soll dabei helfen, die richtige Strategie zu finden, um Ressourcen zielgerichtet und effizient einzusetzen, Projekte anzustoßen und Methoden zu Verbesserung der Unternehmenslage zu ergreifen.   

Was ist eine SWOT-Analyse?

Eine SWOT-Analyse ist ein wichtiger Bestandteil des Businessplans. Sie folgt üblicherweise als letztes Kapitel vor der Abschlusszusammenfassung der Executive Summary. Dabei handelt es sich um eine dem Geschäftsplan vorangestellte Kurzbeschreibung der Geschäftsidee, Organisation des geplanten Unternehmens, der Marktsituation, der Markteintrittslage sowie der geplanten Finanzierung. Auf diesem Weg können die wesentlichen Inhalte des Geschäftsplans in kompakter Form vorgestellt werden. 

Der Name SWOT-Analyse setzt sich aus den folgenden Worten zusammen:

Strengths, Weaknesses, Opportunities und Threats – 

Stärken, Schwächen, Chancen und Risiken. 

Hieraus lassen sich bereits die ersten Anwendungsbereiche ableiten: Eine SWOT-Analyse hilft Unternehmen dabei, Chancen und Risiken zu identifizieren. Anschließend werden entsprechende Handlungsstrategien entworfen, um die existierenden Chancen optimal zu nutzen und vorhandene Risiken weitestgehend zu vermeiden. 

Warum ist eine SWOT-Analyse so nützlich?

Durch die klar strukturierte Vorgehensweise lässt sich mit der SWOT-Analyse in einer Vielzahl von unterschiedlichen Anwendungsbereichen arbeiten. Sie kann einerseits zum Beantworten großer Fragen mit viel Gewicht durchgeführt werden, etwa um den Standort einer gesamten Organisation zu finden. Dazu können weiterhin kleinere Elemente untersucht werden, wie zum Beispiel einzelne Arbeitsprozesse, Produkte oder die Arbeit bestimmter Teamstrukturen.

Eine SWOT-Analyse ist daher nicht ausschließlich für Gründer:innen nützlich. Ein breites Spektrum von Unternehmensarten und -größen können davon profitieren: von selbstständigen Einzelunternehmer:innen über klein- und mittelständische Unternehmen bis zu Großunternehmen, Banken und Investitionsfirmen.

Wie ist eine SWOT-Analyse aufgebaut?

In einer SWOT-Analyse wird zunächst die interne Situation im Hinblick auf die Stärken und Schwächen des Unternehmens untersucht. Im Anschluss erfolgt eine Analyse der externen Faktoren. Dafür werden aktuelle Marktentwicklungen und Trends in Bezug auf die internen Umstände des Unternehmens analysiert, um letztlich eine Strategie zu formulieren. 

Die vier Analyseergebnisse der einzelnen Bereiche werden in der sogenannten SWOT-Matrix zusammengetragen. 

SWOT-Matrix

Der praktische Ablauf einer SWOT-Analyse

1. Welches Ziel wird mit der Analyse verfolgt?

Im Vorfeld einer SWOT-Analyse ist es wichtig, eine konkrete Zielsetzung zu formulieren. Je spezifischer diese ist, desto besser werden die Ergebnisse am Ende sein. 

Anhand folgender Fragen können mögliche konkrete Zielsetzungen gefunden werden:

  • Wie viel Prozent des Umsatzes soll bis zum Ende des nächsten Quartals gesteigert werden?
  • Ab wann wird das Unternehmen mehr Marktanteil als der nächste Mitbewerber haben?
  • Wie kann die Größe des Unternehmens dauerhaft und stabil gesteigert werden, ohne dass die Nachfrage letztlich die Produktionskapazitäten übersteigt?

2. Analyse der äußeren Faktoren

Der erste Teil einer SWOT-Analyse ist die Untersuchung der externen Faktoren und des Unternehmensumfelds. Hier soll herausgefunden werden, wie das Unternehmen zurzeit auf dem Markt insgesamt und im Vergleich zu einzelnen Mitbewerbern positioniert ist. 

Mit den folgenden Fragen kann die Umfeldanalyse starten. Diese Auswahl kann entsprechend der individuellen Situation mit weiteren Analysepunkten ergänzt werden:

  • Welche Mitbewerber stellen direkte Konkurrenz dar? 
  • Gibt es Gesetze oder Verordnungen, die für das Unternehmen, die Beschäftigten oder das Produkt relevant sind? 
  • Können aktuelle Trends zum Vorteil genutzt werden?
  • Welche Entwicklungen durchläuft die Branche zurzeit?
  • Sind aktuelle politische oder wirtschaftliche Entwicklungen von Bedeutung für das Unternehmen?

3. Analyse der eigenen Stärken und Schwächen

Auf Grundlage der analysierten externen Faktoren werden anschließend Stärken und Schwächen des Unternehmens untersucht. Es ist wichtig, die Analyse der externen Faktoren vollständig abzuschließen, bevor mit der Untersuchung der Stärken und Schwächen begonnen wird. Denn ohne in der Lage zu sein, die Position des Unternehmens in Bezug zur aktuellen Marktsituation zu setzen, ist eine Bewertung der Analyseergebnisse nicht möglich. 

Mögliche Leitfragen für den Einstieg in die Analyse der Stärken und Schwächen können zum Beispiel sein: 

  • Ist das Unternehmen auf die aktuelle Entwicklung vorbereitet oder fehlen Ressourcen, um mitzuhalten? 
  • Kann das Unternehmen von dem aktuellen Trend profitieren oder ist es zu spät darauf aufmerksam geworden?

Wie lassen sich Stärken und Schwächen erkennen?

Um die Stärken und Schwächen angemessen zu identifizieren, ist eine offene Kommunikationskultur im Unternehmen ein entscheidender Vorteil. Denn Feedback sollte kontinuierlich aus möglichst vielen verschiedenen Unternehmensteilen zusammengetragen werden. Weiterhin bietet es sich an, die unterschiedlichen Abteilungen im Unternehmen im Hinblick auf ihre Zusammenarbeit zu untersuchen. Auf diesem Weg entsteht ein vielschichtiges Bild, auf dem sich die aktuelle Situation und Veränderungsverläufe erkennen lassen. 

Stärken

Sämtliche Eigenschaften, Faktoren und Merkmale des Unternehmens, die im Wettbewerb einen Vorteil darstellen oder besser als die Konkurrenz beherrscht werden, können als Stärken verzeichnet werden. Im Idealfall werden diese mit der Zeit ausgebaut, um den Abstand zu Mitbewerbern zu vergrößern.

Diese können zum Beispiel sein:

  • Ideenreiche Mitarbeiter:innen, welche regelmäßig mit neuen oder verbesserten Produkten das Angebot erweitern
  • Gut erreichbarer Standort für die Kundschaft und die Beschäftigten
  • Niedrige Fixkosten, wodurch mehr Kapital für Produktinnovationen zur Verfügung steht
  • Effiziente Maschinen, die eine hohe Produktionsmenge ermöglichen

Schwächen

Schwächen hingegen sind alle Eigenschaften, Faktoren und Merkmale, welche dem Unternehmen fehlen, um zu Mitbewerbern aufzuschließen. Sie stellen somit einen Nachteil dar und sollten möglichst eliminiert werden. 

Diese können zum Beispiel sein: 

  • Geringes Eigenkapital, wodurch eine zu starke Abhängigkeit von Fremdinvestitionen besteht
  • Fehlender Eigenvertrieb, der zum einen die finanziellen Ressourcen belastet und weiterhin eine Abhängigkeit zu Vertriebsfirmen entstehen lässt
  • Dezentrale und zu kleine Arbeitsbereiche, wodurch negative Folgen für die Produktivität und Arbeitsatmosphäre entstehen 
  • Eine zu hohe Fluktuation von Mitarbeiter:innen, viele Kündigungen nach einer kurzen Zeit im Unternehmen, wodurch die Arbeit im Unternehmen verlangsamt wird und die Moral abnimmt

4. Zusammenführung der beiden Analysen

Im Anschluss werden die Ergebnisse der beiden Analysen in der SWOT-Matrix zusammengeführt. Die Visualisierung dieser umfassenden Analysearbeit hilft, die komplexen Informationen zu verarbeiten und in Beziehung zueinander zu setzen. Zudem werden die Informationen dabei auf das Wichtigste gekürzt, wodurch das Analysieren und Finden geeigneter Strategien deutlich erleichtert wird. Die SWOT-Matrix kann im Anschluss an die Personen im Unternehmen weitergegeben werden, die für die Umsetzung der Strategien verantwortlich sind. 

5. Ableiten geeigneter Strategien 

Das Ableiten der Strategien zum Schluss der SWOT-Analyse findet auf Grundlage der SWOT-Matrix statt. Dabei werden immer zwei zusammenliegende Bereiche betrachtet: 

  • Stärken und Chancen, 
  • Stärken und Risiken, 
  • Schwächen und Chancen, 
  • Schwächen und Risiken. 

Für jede dieser vier Kategorien schlägt die SWOT-Analyse eine unterschiedliche Strategie vor: 

SWOT-Matrix mit Strategien

Stärken und Chancen: Ausbauen

Hierzu werden zunächst die vorhandenen Stärken mit den ermittelten Chancen zusammengesetzt. Dieser Vorgang erfolgt durch Matchingstrategien – welche Stärken passen zu welchen Chancen? Dabei beziehen sich die Chancen vor allem auf Trends oder andere Gegebenheiten auf dem Markt, die zum Vorteil genutzt werden können. Vorhandene Ressourcen werden so eingesetzt, damit das Unternehmen diese möglichst gewinnbringend nutzen kann. Somit werden im Idealfall zusätzliches Kapital erwirtschaftet und neue Investitionen gewonnen, welche für neue Projekte oder Produkte eingesetzt werden können. 

Stärken und Risiken: Absichern

In diesem Fall bilden die Stärken die Grundlage für Maßnahmen, um die gefundenen Risiken zu begrenzen oder vollständig zu vermeiden bzw. neutralisieren. 

Schwächen und Chancen: Aufholen

Gibt es in diesem Bereich Chancen, welche vom Unternehmen noch nicht genutzt werden können oder wollen? Hier ist es wichtig von Fall zu Fall darüber zu entscheiden, ob sich das Aufbringen der jeweiligen Ressourcen lohnen wird oder nicht. Das bedeutet, dass das Unternehmen gezielt investieren muss, um die Schwächen in Chancen umzuwandeln und aufzuholen. 

Schwächen und Risiken: Vermeiden

Die Kombination von Schwächen und Risiken birgt am meisten Gefahr für das Unternehmen. Bleiben diese unbearbeitet, drohen möglicherweise großer finanzieller Verlust, Mitarbeiterkündigungen oder Produktionsengpässe. Aus diesem Grund müssen Projekte und konkrete Ideen entwickelt werden, welche den drohenden Schaden vom Unternehmen abzuwenden. Es ist wichtig zu bedenken, dass der Schaden in der Regel noch nicht eingetreten und es daher noch nicht zu spät für Vermeidungsstrategien ist. Mit der regelmäßigen Durchführung der SWOT-Analyse lassen sich frühzeitig Risiken erkennen und Schäden gezielt abwenden. 

Was muss beim Durchführen der SWOT-Analyse beachtet werden?

Die SWOT-Analyse ist ein einfach durchzuführendes hilfreiches Instrument zur Untersuchung und Beurteilung der wirtschaftlichen Situation eines Unternehmens. Dennoch gibt es einiges zu beachten, um am Ende kein verzerrtes Bild der Lage zu erhalten. 

Subjektive Bewertungen müssen überprüft werden

Die Wahl der Stärken, Schwächen, Chancen und Risiken hängt sehr stark davon ab, wie viel die jeweilige Person über das Unternehmen und den Markt weiß. Um hier etwas genauere Angaben zu erhalten, müssen die aufgelisteten Informationen überprüft werden. Für die Analyse mitarbeiterbezogener Angelegenheiten sollte eine möglichst große Personengruppe aus vielen verschiedenen Abteilungen befragt werden. Auf diesem Weg lässt sich die Subjektivität ein wenig ausgleichen und es ergibt sich ein größeres Stimmungsbild. 

Regelmäßige Durchführung für zuverlässige Ergebnisse

Da die Stärken und Schwächen auf der einen Seite nur rückblickend bewertet werden können, die Chancen und Risiken auf der anderen auf zukünftigen Entwicklungen abschätzbar sind, muss die SWOT-Analyse regelmäßig durchgeführt werden. Damit können vergangene Einschätzungen mit den aktuellen verglichen, zuverlässige Prognosen gestellt und letztlich bessere Vorbereitungen zur Risikovermeidung getroffen werden. 

Bereits getroffene Entscheidungen werden mit SWOT-Analyse lediglich legitimiert

Die SWOT-Analyse soll in der Theorie dafür genutzt werden, Informationen über einen bestimmten Unternehmensbereich zu sammeln, auszuwerten und auf dessen Grundlage Strategien für die Zukunft zu entwerfen. Es besteht jedoch die Gefahr, dass Entscheidungen bezüglich der Zukunft mit den Ergebnissen der SWOT-Analyse legitimiert werden sollen und daher verzerrte Informationen eingetragen werden. Um dies möglichst zu vermeiden, sollten immer mehrere Personen in das Erstellen und Auswerten der Analyse involviert sein. Mit verschiedenen Meinungen ist es schwieriger für Einzelpersonen eine bestimmte Agenda zu verfolgen. 

Viele verschiedene Meinungen für ein zuverlässiges Ergebnis

Die SWOT-Analyse ist ein ideales Werkzeug zur Untersuchung vielfältiger Unternehmensbereiche. Aufgrund des einfachen und strukturierten Aufbaus ist diese Übung optimal für Workshops im Unternehmen. Die Zusammenarbeit der verschiedenen Beschäftigtengruppen wirkt zudem den Gefahren der zu starken Subjektivität einzelner Personen und Verzerrung von Ergebnissen entgegen. Dennoch sollten die Ergebnisse immer überprüft und die Angaben in der Analyse aktualisiert werden. So werden die Strategien und Risikovermeidung mit der Zeit zuverlässiger. 

Strategieplan Analyseauswertung Diagramme

Share this article!


Return to

Blog