Risikomanagement
Risikoanalyse
Sicherheitsmaßnahmen
Informationen für Arbeitgeber

Wie kann ich Risiken in meinem Unternehmen reduzieren?

Jedes Unternehmen ist einer Reihe von allgemeinen Betriebsrisiken ausgesetzt. Diese beziehen sich auf ein breites Spektrum möglicher Schadensfälle und Risikogruppen. Schäden können zum Beispiel infolge extremen Wetters wie Stürmen oder durch personenbezogene Schäden wie Einbruch oder Diebstahl entstehen. In jedem Fall müssen Unternehmen umfangreiche Vorbereitungen treffen und sich entsprechend absichern. 

Identifizierung und Analyse potenzieller Risiken

In einem ersten Schritt wird die aktuelle Unternehmenssituation untersucht. Hierfür werden die potenziellen Risiken von allen Unternehmensfunktionsbereichen, Zweigstellen und Tochtergesellschaften identifiziert und ein in einem Risikokatalog zusammengetragen. Dabei werden die gefundenen Risiken nach der Relevanz sortiert, indem die wichtigsten Fälle vorne eingeteilt werden. Als Nächstes findet eine Überprüfung hinsichtlich der Eintrittswahrscheinlichkeit statt.

Auf dieser Grundlage wird jeder Fall mit einem finanziellen Wert bewertet. Je wahrscheinlicher es ist, dass der Fall eintritt, desto mehr Geld kostet die Versicherung. Zudem bietet es sich an, bestehende Verträge auf Vollständigkeit und Relevanz zu kontrollieren. Wurden bereits in der Vergangenheit Versicherungen abgeschlossen, können diese möglicherweise auf die aktuelle Situation angepasst werden.  

Möglichkeiten zur Risikoreduzierung

Nachdem das Gesamtrisiko des Unternehmens ermittelt wurde, stellt sich die Frage nach den Möglichkeiten zur Reduzierung einzelner Risikofälle. Hier können Unternehmen zum einen präventive Maßnahmen anwenden, welche helfen, das Risiko deutlich zu reduzieren oder im Idealfall vollständig zu verhindern. Reaktive Maßnahmen hingegen finden Anwendung, nachdem ein Schadensfall eingetreten ist. Sie dämmen das Schadensausmaß ein, beeinflussen jedoch nicht die Eintrittswahrscheinlichkeit. In vielen Fällen kann mit einer Mischung aus präventiven und reaktiven Maßnahmen ein ausgewogenes Kosten-Nutzen-Verhältnis erreicht werden.

Welche Maßnahmen helfen dabei Risiken einschränken?

Klare Kommunikationskanäle einrichten

Um Risiken bestmöglich zu vermeiden, ist die entsprechende Schulung der Beschäftigten entscheidend. Hierzu eignen sich Ablaufpläne, aus denen konkrete Vorgehensweisen für bestimmte Situationen hervorgehen. Weiterhin ist es wichtig festzulegen, welche Personen für die Durchführung verantwortlich sind. Diese können zudem neu auftretende Risiken mit der Geschäftsleitung kommunizieren und dafür sorgen, dass regelmäßige Kontrollen stattfinden. 

Es sollte jedoch grundsätzlich eine offene Kommunikationskultur im Unternehmen etabliert werden. So haben alle Mitarbeiter:innen die Möglichkeit dazu, jederzeit Risiken und andere Gefahrenbereiche zu melden. Dies erhöht das individuelle Sicherheitsgefühl und reduziert dabei gleichzeitig die Eintrittswahrscheinlichkeit von Schadensfällen. 

Prävention statt Reaktion

Grundsätzlich ist es ratsam, ausreichend Zeit in die Vorausplanung zu investieren. Dadurch können Risiken langfristig auf ein Minimum reduziert werden, was sich spürbar positiv auf die Arbeitsabläufe auswirkt. Zudem werden ungeplante finanzielle Ausgaben verringert. Somit bleibt dem Unternehmen mehr Spielraum für sinnvollere Investitionen, wodurch in der Zukunft ein stabiles Wachstum gefördert wird. Deshalb sollten regelmäßig Informationen über die aktuelle Unternehmenssituation eingeholt und zielgerichtet ausgewertet werden.

Auf Grundlage der Ergebnisse können anschließend Szenarien für ein breites Spektrum von potenziellen Risikosituationen herausgearbeitet werden. Dies hilft dabei, Veränderungen im Marktgeschehen frühzeitig zu erkennen und entsprechende Vorbereitungen zu treffen. Eine gute Vorbereitung ermöglicht es dem Unternehmen schnell zu reagieren, woraus in der Folge ein unmittelbarer Vorteil gegenüber Mitbewerbern entsteht. 

Wie ist mit dem Restrisiko umzugehen?

Nach der umfassenden Auseinandersetzung mit potenziellen Risiken und dem Einsetzen entsprechender Reduzierungsmaßnahmen wird immer ein gewisses Restrisiko bestehen bleiben. Unternehmer:innen können hier entsprechend der individuellen Lage zwischen verschiedenen Möglichkeiten wählen. 

Im Rahmen einer solchen Risikosteuerung können folgende Strategien angewendet werden:

Risikoüberwälzung 

Bei einer Risikoüberwälzung werden bestimmte Risiken vollständig oder teilweise von einem ursprünglichen Risikoträger auf eine dritte Partei übertragen. Die am häufigsten verwendete Vorgehensweise ist hierbei das Abschließen einer Versicherung. Hier übernimmt das Versicherungsunternehmen gegen das Zahlen einer Prämie für einen vorab bestimmten Zeitraum die Verantwortung für das Eintreten eines Risikofalls. Wenn innerhalb dieses Zeitraumes ein Schadensfall eintritt, erhält der bzw. die Versicherungsnehmer:in vom Versicherungsunternehmen eine vorab vertraglich festgelegte Entschädigungssumme.

Grundsätzlich sollten Unternehmen vor Vertragsunterzeichnung Versicherungsangebote von verschiedenen Versicherungshäusern einholen. Zudem ist es ratsam, bestehende Verträge regelmäßig auf Relevanz zu überprüfen und gegebenenfalls anzupassen. Weiterhin kann eine Risikoüberwälzung im Rahmen einer Securitization oder Verbriefung auf dem Kapitalmarkt stattfinden. Hier werden bestehende Werte oder zukünftige Zahlungsströme in handelbare Wertpapiere umgewandelt und von Investoren übernommen, welche in der Folge die Verantwortung für das Eintreten eines Schadensfalls tragen. 

Selbstbehalt 

Der Selbstbehalt ist der finanzielle Anteil, den Versicherte im Schadensfall selbst tragen müssen. Kommt es zu einem Schadensfall, zahlt die versicherte Person einen vorab vertraglich festgelegten Eigenanteil und die Versicherung übernimmt die verbleibenden Kosten. Dabei richtet sich die Höhe des Eigenanteils nach dem Versicherungsbeitrag. Ein hoher Versicherungsbeitrag bedeutet in der Regel, dass ein geringerer Eigenanteil zu zahlen ist.

Es wird hierbei zwischen verschiedenen Arten des Selbstbehalts unterschieden:

  • Der absolute bzw. fixe Selbstbehalt beschreibt eine feste Summe je Schadensfall,
  • Der prozentuale Selbstbehalt, bei dem ein bestimmter Prozentsatz der Schadenssumme gezahlt wird,
  • Der zeitliche Selbstbehalt, welcher oft bei Cyber-Versicherungen angewendet wird. Sollte es zum Beispiel durch einen Hackerangriff zu einer Betriebsunterbrechung kommen, erfolgt die Versicherungsleistung nach Ablauf einer vorab festgelegten Frist. Üblicherweise beträgt diese 12 Stunden. 

Mit Sicherheit in die Zukunft schauen

Risikomanagement ist ein Prozess, der niemals abgeschlossen ist. Die Beschäftigte sollten zum einen dahingehend geschult werden, Risiken vor Eintritt zu melden, um potenziellen Schaden möglichst gering zu halten. Weiterhin ist es wichtig, die Unternehmenssituation regelmäßig zu untersuchen, um angemessen und frühzeitig auf Veränderungen reagieren zu können. Erfolgreiches Risikomanagement basiert auf einer Kombination aus gründlicher Vorbereitung und zielgerichteter Informationsauswertung. So kann das Unternehmen alle verfügbaren Ressourcen frei in das Unternehmen und die Beschäftigten investieren.  

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